Wohnen

Wohnflächenkonsum

Wohnfläche in Quadratmeter pro Person

Ab 2002 Erhebung der Nettowohnfläche, vorangehende Jahre errechnet aus der Bruttogeschossfläche.

Ab 2013 grundlegender Systemwechsel. Neu werden nur noch dauerhaft bewohnte Wohnungen betrachet (neue Linie).

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Nettowohnfläche nach früherer Definition (Wohnläche Total/Bevölkerung Total): Die Berechnung bezieht die gesamte Nettowohnfläche auf die Einwohnerzahl der Stadt, ohne Berücksichtigung von nicht ständig bewohnten Wohnungen und Personen in Kollektivhaushalten und Einzelzimmern. Aufgrund des Anteils von nicht ständig bewohnten Wohnungen liegt der Wert ca. 1.5 - 2 Quadratmeter höher als bei der neuen Berechnungsart des Bundesamts für Statistik (siehe unten).

Die Nettowohnfläche wird seit 2002 separat ausgewiesen. Die früheren Jahre wurden mit einem Umrechnungsfaktor (Mittelwert Netto- zu Bruttowohnfläche der Jahre 2003 bis 2007) aus der Bruttogeschossfläche errechnet. Die Bruttogeschossfläche umfasst auch Flächen für Mauern, Wände und Treppenhäuser. Die Nettowohnfläche entspricht der effektiv für Wohnzwecke zur Verfügung stehenden Fläche, abzüglich Wandquerschnitten. Es sind dies Wohn- und Schlafzimmer, Küche, Kochnische, Badezimmer, Toiletten, Abstellräume und Gänge. Ausser Betracht fallen bei der Berechnung zusätzliche separate Wohnräume (z.B. Einzelzimmer), offene Balkone und Terrassen sowie nicht bewohnbare Keller- und Dachgeschossräume.

Wohnfläche pro Bewohnerin und Bewohner seit dem Systemwechsel: Das BFS hat im Dezember 2013 basierend auf den registergestützten Auswertungen neue Daten zum Wohnflächenverbrauch pro Person veröffentlicht. Für die Berechnung der durchschnittlichen Wohnfläche werden die Bewohnenden in Privathaushalten in deren Wohnungen berücksichtigt. Es werden alle Personen in der Wohnung gezählt, unabhängig vom Meldeverhältnis (Haupt- oder Nebenwohnsitz). Man geht von der Sicht der Wohnung aus. Sobald einer Wohnung via EGID/EWID (Eidgenössischer Gebäudeidentifikator/Eidgenössischer Wohnungsidentifikator) eine Person zugeteilt werden kann, ist die Wohnung bewohnt und die Person zählt in der entsprechenden Wohnung. Personen mit mehreren Wohnsitzen werden daher mehrmals berücksichtigt und zählen in allen Wohnungen, denen sie zugeteilt werden konnten. Andere als nicht dauernd bewohnte Wohnungen können zeitweise bewohnte, nicht bewohnte, zweckentfremdete oder unbewohnbare Wohnungen sein. Leerwohnungen werden somit von der Berechnung der Wohnfläche pro Person ebenfalls nicht berücksichtigt. Für die Berechnung der durchschnittlichen Wohnfläche pro Bewohner wird die Gesamtfläche der bewohnten Wohnungen durch die Summe der zugeordneten Bewohner dividiert.

Zu beachten: Es wird nur der Wohnflächenkonsum innerhalb der Stadt Zürich berücksichtigt. Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen von Zürcherinnen und Zürchern in anderen Gemeinden sind in beiden Definitionen nicht miteingerechnet.

Die individuelle Wohnfläche ist Ausdruck des Lebensstandards und gilt deshalb als Mass für den materiellen Wohlstand. Allerdings geht eine Zunahme der individuellen Wohnfläche pro Kopf bei konstanten oder steigenden Bevölkerungszahlen meist auf Kosten von bisher unbebauten Flächen. Dies ist aus Sicht einer nachhaltigen Entwicklung unerwünscht. Zudem ist jede Erhöhung der individuellen Wohnfläche mit einem erhöhten Ressourcenverbrauch verbunden (z.B. Energieverbrauch fürs Heizen). Der heutige hohe Wert der Stadt Zürich ist Ausdruck einer breiten wohlhabenden Bevölkerungsmehrheit. Ein weiterer Anstieg dieses Werts ist nicht nachhaltig.

Zu beachten ist, dass mit dem Indikator nur der Wohnflächenkonsum innerhalb der Stadt Zürich berücksichtigt wird. Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen von Zürcherinnen und Zürchern in anderen Gemeinden sind nicht miteingerechnet. Dieser zusätzliche Flächenkonsum ist aber ebenso relevant bezüglich einer nachhaltigen Entwicklung.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Der durchschnittliche individuelle Wohnflächenkonsum in der Stadt Zürich pendelt seit ungefähr zehn Jahren zwischen 41.2 m2 und 41.4 m2. Dies, nachdem er zuvor über Jahre stetig angestiegen ist. Werden nur die dauerhaft bewohnten Wohnungen betrachtet (neue Berechnungsart), liegt die mittlere Wohnfläche pro Kopf im Jahr 2015 bei 39.0 m2. Mehr anzeigen

In den letzten Jahren hat eine Trendwende stattgefunden. Sie ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerungszahl im Altwohnungsbestand - nach Jahren der Ausdünnung - seit 2008 wieder zugenommen hat (Trendwende beim Wohnflächenkonsum, Statistik Stadt Zürich).

Die grosse Zunahme der individuellen Wohnfläche hat vor den 90er-Jahren stattgefunden. 1970 lag die durchschnittliche Wohnfläche pro Person noch bei ca. 30 m2. Bis 1990 hat der Wert um rund 10 m2 zugenommen. Diese Zunahme ist auf den steigenden Wohlstand, mehr unterschiedliche Haushaltsformen, das vermehrte «Living apart together» von getrennt lebenden Familien und den hohen Anteil der Einpersonenhaushalte zurückzuführen.

Nach 1990 ist die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in geringerem Umfang weiter angestiegen. Der Trend, dass wieder mehr Familien mit Kindern in der Stadt leben (vgl. Kapitel Bevölkerung), hat diese Entwicklung massgeblich beeinflusst. Die durchschnittliche Belegung der Wohnungen ist dadurch gestiegen. Familien mit Kindern leben generell auf weniger Wohnfläche pro Kopf.

Eine Studie von Statistik Stadt Zürich und Stadtentwicklung Zürich untersuchte Neubausiedlungen (mit mehr als 25 Wohnungen) und übrige, meist kleinere, Neubauten, die in der Periode 2009 – 2012 fertig gestellt wurden. Der Wohnflächenverbrauch pro Person ist in Neubausiedlungen zwar leicht höher (45 m2) als im städtischen Mittel, am grössten ist er aber in den übrigen, kleineren Neubauten (58 m2).

In gemeinnützigen Neubausiedlungen liegt der Wohnflächenverbrauch mit 39 m2 pro Person unter dem gesamtstädtischen Wert. Dafür ist der Flächenverbrauch pro Person in privaten Neubausiedlungen (53 m2) und privaten übrigen Neubauten (59 m2) umso höher. Neu erstelltes Stockwerkeigentum weist den grössten Flächenverbrauch pro Person auf: In Neubausiedlungen 53 m2 und in den übrigen Neubauten über 60 m2 pro Person.

Auch im gesamten Wohnungsbestand ist der Wohnflächenverbrauch in gemeinnützigen Wohnungen im Mittel 10 m2 geringer als in privaten. In Wohnungen der Stadt und städtischer Stiftungen ist er nochmals geringer als in Genossenschaften. Mit Abstand am meisten Wohnfläche pro Person ist mit ca. 54 m2 für das Stockwerkeigentum zu verzeichnen. Neben der Eigentumsart haben unterschiedliche Bauperioden mit ihren jeweils typischen Wohnungsgrundrissen einen Einfluss auf diese Differenz.

Städtevergleich

Nettowohnfläche in m2 pro Person

Indikatordefinition, Datenquellen & spezielle Hinweise einblenden

Für die Schweizer Städte wurden die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) Wohnfläche pro BewohnerIn beigezogen:

Das BFS hat im Dezember 2013 basierend auf den registergestützten Auswertungen neue Daten zum Wohnflächenverbrauch pro Person veröffentlicht. Für die Berechnung der durchschnittlichen Wohnfläche werden die in Privathaushalten lebenden in deren Wohnungen berücksichtigt. Es werden alle Personen in der Wohnung gezählt, unabhängig vom Meldeverhältnis (Haupt- oder Nebenwohnsitz). Man geht von der Sicht der Wohnung aus. Sobald einer Wohnung via EGID/EWID (Eidgenössischer Gebäudeidentifikator/Eidgenössischer Wohnungsidentifikator) eine Person zugeteilt werden kann, ist die Wohnung bewohnt und die Person zählt in der entsprechenden Wohnung. Personen mit mehreren Wohnsitzen werden daher mehrmals berücksichtigt und zählen in allen Wohnungen, denen sie zugeteilt werden konnten. Andere als nicht dauernd bewohnte Wohnungen können zeitweise bewohnte, nicht bewohnte, zweckentfremdete oder unbewohnbare Wohnungen sein. Leerwohnungen werden somit von der Berechnung der Wohnfläche pro Person ebenfalls nicht berücksichtigt. Für die Berechnung der durchschnittlichen Wohnfläche pro Bewohner wird die Gesamtfläche der bewohnten Wohnungen durch die Summe der zugeordneten Bewohner dividiert.

Die Daten der europäischen Städte stammen von Eurostat, Urban Audit: Average area of living accommodation (SA1022V). Die Daten sind mit Vorsicht zu interpretieren, denn es ist davon auszugehen, dass die Erhebungsmethoden, respektive die genauen Definitionen, von Stadt zu Stadt variieren.

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

Im Vergleich mit den anderen grösseren Schweizer Städten liegt Zürich im Mittelfeld. Im internationalen Vergleich weisen die meisten anderen Städte einen höheren Wohnflächenkonsum aus. Nur Amsterdam, Barcelona und Warschau liegen tiefer.Mehr anzeigen

Unter den Schweizer Städten wiesen im Jahr 2013 St.Gallen (44 m2) und Luzern (45 m2) die höchsten Werte aus, Lausanne (37 m2) und Genf (37 m2) die tiefsten.

Die Wohnfläche beträgt im schweizerischen Durchschnitt 45 m2 pro Person. Auf überdurchschnittlich viel Wohnläche (50 m2 und mehr pro Person) lebt man vorwiegend in wohlhabenden und zentrumsnahen Gemeinden wie beispielsweise Meilen, Muri b. Bern, Zollikon oder Küsnacht (ZH).

Im internationalen Vergleich ist der Wohnflächenverbrauch auch ein Wohlstandszeiger. Der Wohnflächenverbrauch korreliert im Wesentlichen mit der Kaufkraft der Privathaushalte. Regionen mit ähnlichem Wohlstand wie Schweizer Städte weisen ebenfalls einen hohen Wohnflächenverbrauch auf.

Beeinflusst wird das Bild unter anderem auch durch die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung. Ältere Alleinstehende Personen beispielsweise haben im Durchschnitt einen höheren Flächenkonsum als junge Alleinstehende in Ausbildung. Da verschiedene Bevölkerungsgruppen im Raum segregieren (Seniorinnen und Senioren überwiegen am Rand der Kernstädte) ist der Wohnflächenverbrauch auch von der politischen Grenzziehung beeinflusst und abhängig davon, wie weit die politische Gemeinde in die Agglomeration hineinreicht.

Weiterführende Informationen