Wirtschaftsstandort

Wertschöpfung

Wertschöpfung pro Kopf in der Stadt Zürich zu Preisen des Jahres 2000 in Franken

Für die Jahre 2014 und 2015 stehen erst provisorische Daten zur Verfügung.

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Der Indikator Wertschöpfung entspricht dem Bruttoinlandprodukt (BIP) der Stadt Zürich pro Kopf der wirtschaftlichen Wohnbevölkerung in Franken (zu Preisen von 2000).

Die Angaben über das Bruttoinlandprodukt (BIP) werden für die Schweiz durch das Bundesamt für Statistik (BFS) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ermittelt. Das Institut Créa de macroéconomie appliquée berechnet daraus im Auftrag von Statistik Stadt Zürich das BIP der Stadt und der Agglomeration Zürich. Der Methodenbericht «Das Zürcher BIP» dokumentiert, wie die regionalen BIP-Werte berechnet werden. Das BFS revidiert die BIP-Schätzungen jährlich. Dabei verändern sich auch Werte von weiter zurückliegenden Jahren.

Das BIP ist ein Mass für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es kann als Mass für den Wohlstand herangezogen werden. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden - also die sogenannte Wertschöpfung. Bei konstanten Preisen wird die reale Wirtschaftsentwicklung frei von Preiseinflüssen dargestellt. Das BIP sagt jedoch nichts über die Lebensqualität oder den Zustand der Umwelt aus.

Die Wertschöpfung drückt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt als Wirtschaftsstandort aus. Je mehr die hier ansässigen Unternehmen an Werten generieren, desto höher ist das reale Bruttoinlandprodukt («Wertschöpfung»). Ein Anstieg als Ausdruck des wirtschaftlichen Wachstums ermöglicht eine Erhöhung des Wohlstandes und gewährleistet die finanzielle Basis zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Eine hohe Wertschöpfung trägt dazu bei, die Lebensqualität einer Stadt hoch zu halten. Zu beachten ist, dass auch unerwünschte Entwicklungen wie zunehmende Unfallzahlen oder ein grösserer Treibstoffverbrauch zu einem höheren BIP führen können und dass viele ökologische (z.B. Luftverschmutzung) oder soziale Aspekte (z.B. Verteilungsfragen, Chancengleichheit) nicht erfasst werden. Aus Sicht einer nachhaltigen Entwicklung ist die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und steigendem Ressourcenverbrauch eine zentrale Herausforderung.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise (2008) hat sich die Wertschöpfung zwar etwas erholt, aber zu einem kräftigen Wachstum ist es seither nicht mehr gekommen. Ein Dämpfer war die Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro Anfang 2015. Mehr anzeigen

Die Stadt Zürich erwirtschaftet eine Wertschöpfung von knapp 70 Milliarden Franken, was etwa einem Zehntel der gesamtschweizerischen Wertschöpfung entspricht. Pro Kopf der Bevölkerung lag die Wertschöpfung 2015 bei rund 160 500 Franken. Im schweizweiten Vergleich ist das überdurchschnittlich hoch.

Am 15. Januar 2015 hat die Schweizer Nationalbank die Untergrenze für den Wechselkurs gegenüber dem Euro aufgehoben. Die Auswirkungen dieses «Frankenschocks» sind bislang zwar nicht so stark ausgefallen wie anfänglich befürchtet. Dennoch könnte der durch die Aufhebung der Wechselkursuntergrenze ausgelöste Dämpfer noch länger anhaltende Auswirkungen haben.

Nach dem schweizweiten Kriechgang Anfangs der 90er-Jahre, stellte sich in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein kräftiges Wachstum ein. Für eine Abkühlung sorgte Anfang Jahrtausend die langsamere globale wirtschaftliche Entwicklung. Die Anschläge in den USA und das Platzen der Dotcom-Blase führten zu starken Wachstumseinbussen in der Finanzbranche. In der Schweiz ereignete sich das Swissair-Grounding und belastete die Wirtschaftslage zusätzlich. Ein Tiefpunkt im Konjunkturverlauf wurde 2002 erreicht. Nach erst zögerlichem Wachstum in den Folgejahren, stieg die Wertschöpfung in der Stadt Zürich besonders in den Jahren 2006 und 2007 deutlich an. Die Immobilienkrise in den USA weitete sich jedoch zu einer internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus und führte zu einem erneuten Rückgang der Wertschöpfung in den Jahren 2008 und 2009.

Die wirtschaftliche Dynamik der Stadt Zürich zeigte im letzten Jahrzehnt stärkere Ausschläge als die Schweizer Konjunktur, was unter anderem auf die starke Präsenz des Finanzsektors und die Krisen in den Jahren 2001 und 2008/2009 zurückzuführen ist. Eine ähnlich hohe Wertschöpfung pro Kopf haben in der Schweiz auch der Kanton Basel-Stadt mit dem Life Science Cluster und der Kanton Genf, der einen gewichtigen Finanz- und Rohstoffhandelsplatz aufweist.

Städtevergleich

Der hier vorgesehene Städtevergleich zum Anteil Beschäftigten in Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität sollte im Herbst 2017 mit aktuellen Daten vorliegen. Er wird vom Cerlce Indicateurs übernommen. Die derzeit vorliegenden Daten gehen zurück auf das Jahr 2011 und sind nicht mehr aktuell.

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