Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Kinderbetreuung

Anteil Kinder im Vorschul- oder Schulalter mit Betreuungsplatz

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Versorgungsquote im Vorschulaler (Kindertagesstätten): Anteil der bis 6-jährigen Kinder, für die in der Stadt Zürich ein Krippenplatz zur Verfügung steht. Für die Berechnung wird von der Altersgruppe der 5-6-Jährigen nur ein Anteil von 10 Prozent verwendet, da von dieser Altersgruppe vorwiegend das Hortangebot benutzt wird.

Berechnungsmethode: Durchschnittlicher Belegungsfaktor der städtischen und städtisch subventionierten Krippen (Stichtag 31. Dezember) multipliziert mit der Anzahl Betreuungsplätze geteilt durch die totale Anzahl von 0-6-jährigen Kindern per 31. Dezember des entsprechenden Jahres, wobei von der Altersgruppe der 5-6-Jährigen nur ein Anteil von 10 Prozent genommen wird. Die Aufteilung der Kinder im Kindergartenalter auf die Angebote Kindertagesstätte und schulische Betreuung entspricht einem Erfahrungswert, wonach rund 90 Prozent der Fremdbetreuten dieser Altersgruppe in schulischen Angeboten betreut werden.

Betreuungsquote im Schulalter (z.B. Horte, Mittagstische, Schülerclubs, Tagesschulen): Anzahl betreute Schülerinnen und Schüler in den Horten, Mittagstischen, Schülerklubs und Tagesschulen (inkl. betreute Kinder in den städtischen Sonderschulen), dividiert durch die Anzahl Kinder in Kindergärten, Primarschule und Sekundarstufe. Bis 2007 werden die Zahlen von Mitte Jahr, Stichtag 30. Juni, verwendet. Ab 2008 die Zahlen von Ende Jahr.

Ein gutes Angebot an familienergänzender Betreuung fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und trägt zur Attraktivität der Stadt Zürich als Wohnstandort für Familien bei. Zudem sind Eltern, die aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen sind, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, häufig auf einen Betreuungsplatz angewiesen. Das Angebot an subventionierten Plätzen trägt somit auch zur Verhinderung von Armut bei. Forschungsergebnisse belegen, dass insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien durch den Aufenthalt in einer Kindertagesstätte für ihre Entwicklung profitieren können. Somit fördern subventionierte Betreuungsplätze die Chancengerechtigkeit für alle Kinder.

Dank der familienergänzenden Tagesstrukturen im Lebensraum Schule ist den Eltern auch wenn die Kinder älter werden die Möglichkeit gegeben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Kinder werden in der unterrichtsfreien Zeit in den Betreuungseinrichtungen im sozialen und schulischen Bereich gefördert. Die Betreuungseinrichtungen sind so gesehen auch eine integrative Massnahme. Ein qualitativ hochstehendes Angebot bezahlbarer Kinderbetreuungsplätze ist eine sozialpolitische Notwendigkeit und entspricht einem gesellschaftlichen Bedürfnis.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Der Ausbau des familienergänzenden Betreuungsangebots geht weiter. Im Jahr 2015 sind 256 Plätze in Kindertagesstätten und 801 Plätze in schulischen Betreuungseinrichtungen dazu gekommen. Mehr anzeigen

Die Stadt Zürich engagiert sich nach wie vor stark für seine jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner und deren Eltern. Ende 2015 standen in der Stadt Zürich in 286 Kindertagesstätten (Kitas) 8859 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die Versorgungsquote ist weiter gestiegen und liegt nun über 68 Prozent. Durch den grossen Ausbau steht den meisten Eltern ein nicht subventionierter Platz in ihrem bevorzugten Quartier zu Verfügung. Schwieriger ist es, einen subventionierten Platz oder einen Säuglingsplatz zu finden. Die Zahl der subventionierten Kita-Plätze ist geringer als diejenige der Eltern, denen ein solcher Platz zustehen würde.

Dies will der Stadtrat mit seinem Strategieschwerpunkt «Lücken in der Kinderbetreuung schliessen» ändern. Für Familien mit geringem bis mittleren Einkommen stehen ab sofort zusätzliche vergünstigte Kita-Plätze in privaten Betreuungseinrichtungen bereit. Der Gemeinderat hat dem Ausbau in seiner Sitzung vom 6. Juli 2016 mittels Zusatzkredit zugestimmt. Damit ist der erste Schritt getan, um die bestehende Lücke in der Kinderbetreuung bis spätestens 2018 zu schliessen. Den Kitas steht es deshalb seit Juli 2016 offen, nach Bedarf jeden Platz als subventionierten anzubieten.

Auch der Ausbau des schulischen Betreuungsangebots für Kinder im Kindergarten- und Schulalter geht weiter. Mittlerweile nehmen 14 000 Schülerinnen und Schüler ein Betreuungsangebot in Anspruch. Das sind 4000 Kinder mehr als noch vor fünf Jahren. Das im Volksschulgesetz festgeschriebene Anrecht auf einen Betreuungsplatz wirkt sich auf die Betreuungsansprüche der Eltern aus. Zunehmend wünschen sie für ihre Kinder eine Betreuung über Mittag und am Nachmittag. Mitte 2015 waren es rund 50 Prozent der Schulkinder, die einen Betreuungsplatz beanspruchten.

Städtevergleich

Kein Städtevergleich, da es sich im Bereich der Kinderbetreuung als schwierig herausgestellt hat, aussagekräfigte Vergleiche zwischen den Städten anhand eines einzelnen Indikators anzustellen. Die Systeme der Betreuung sowie der Subventionierung variieren stark. Ein Städtevergleich mit einem einzigen Indikator kann deshalb die Leistungen der Städte in diesem Themenfeld nur ungenügend abbilden.

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