Soziale Sicherung

Unterstützungsbedürftige Personen

mit Sozialhilfe oder Zusatzleistungen AHV/IV in Prozent der Bevölkerung

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Der Anteil der Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe und Zusatzleistungen AHV/IV wird auf der Grundlage der Personen errechnet, die im Dezember des jeweiligen Jahres Sozialhilfe bzw. Zusatzleistungen zur AHV/IV beziehen.

Dieser Anteil wird seit 1998 ausgewiesen. Für frühere Zeiträume sind die Fälle der Sozialhilfe verfolgbar. Die Fälle stimmen jedoch nicht mit der Anzahl der BezügerInnen überein. Die Zusatzleistungsquote liegt ebenfalls erst seit 1998 vor, für frühere Zeiträume sind nur einzelne Zahlen verfügbar.

Sozialstatistik / Evaluation der Sozialen Dienste, Sozialdepartement Stadt Zürich

Der Indikator zeigt den Anteil finanziell unterstützungsbedürftiger Personen an der Bevölkerung. Aus der Sicht einer nachhaltigen Entwicklung ist ein steigender Anteil der BezügerInnen von Sozialhilfe und Zusatzleistungen AHV/IV sowohl aus sozialen wie aus finanzpolitischen Gründen negativ zu beurteilen. Der Anteil der BezügerInnen von Sozialhilfe und Zusatzleistungen AHV/IV wird jedoch nie einen Wert von null erreichen können. Die Postulate der Chancengleichheit und der sozialen Gerechtigkeit fordern, dass alle Personen die Möglichkeit haben sollten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die sozialen Unterstützungsleistungen haben genau das zum Ziel.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

In der Stadt Zürich waren im Jahr 2015 rund 33 900 Personen auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen (Sozialhilfe oder Zusatzleistungen zur AHV/IV). Das sind beinahe neun Prozent der Bevölkerung.Mehr anzeigen

Die Sozialleistungsquote ist in Städten generell grösser ist als in ländlichen Regionen. Dass die Kernstädte in besonderem Mass soziale Lasten zu tragen haben, ist ein europaweites Phänomen. Die Zahl der auf Unterstützung angewiesenen Menschen stieg zwischen 2001 und 2005 stark an. Der Anstieg war bei der Sozialhilfe ausgeprägter als bei den Zusatzleistungen. Zwischen 2006 und 2008 war ein Rückgang zu verzeichnen. Grund dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung, die sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkte. Seit 2012 steigt die Sozialhilfequote leicht an, während die Zusatzleistungen seit 2007 praktisch stabil sind.

Überdurchschnittlich häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind Kinder und Jugendliche. Sie machen rund 30 Prozent der Sozialhilfebeziehenden aus. Bei den Erwachsenen sind Personen, die keine oder nur die obligatorische Ausbildung abgeschlossen haben, deutlich häufiger auf Sozialhilfe angewiesen als besser Ausgebildete. Dementsprechend sind auch Ausländerinnen und Ausländer überproportional vertreten. Auch zwischen den Quartieren gibt es grosse Unterschiede. In den Stadtkreisen 4 und 12 ist die Sozialhilfequote am höchsten, während die Kreise 7 und 8 sehr tiefe Quoten aufweisen.

Zum Indikator «Anteil der BezügerInnen von Sozialhilfe und Zusatzleistungen AHV/IV» zählen auch die Personen mit Zusatzleistungen zur AHV/IV. Die Ausrichtung von Zusatzleistungen hat in der Stadt Zürich dazu beigetragen, dass im Pensionsalter fast niemand mehr von der Sozialhilfe abhängig ist.

Städtevergleich

Sozialhilfequote 2014: Anteil SozialhilfebezügerInnen (kumuliert) an der zivilrechtlichen Bevölkerung in Prozent

* Keine Daten der Stadt Genf

Indikatordefinition, Datenquellen & spezielle Hinweise einblenden

Die Sozialhilfequote bezeichnet den Anteil der Sozialhilfeempfänger/innen an der ständigen Wohnbevölkerung in einer Stadt. Als Datengrundlage für die ständige Wohnbevölkerung in den untersuchten Städten wird auf die Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) des BFS zurückgegriffen, die mit dem Zentralen Migrationsinformationssystem abgeglichen wird. Es wird der Bevölkerungsstand am Ende des Vorjahres bzw. am Anfang des Erhebungsjahres verwendet.

Die in der Sozialhilfestatistik vom BFS publizierten Sozialhilfequoten können deshalb von den Sozialhilfequoten abweichen, welche die einzelnen Städte selbst veröffentlichen. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, weil die Städte eine andere Bevölkerungszahl als Basis zur Quotenberechnung verwenden.

Kennzahlenvergleich zur Sozialhilfe in Schweizer Städten – 13 Städte im Vergleich. Der Kennzahlenbericht basiert auf der schweizerischen Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS). Der Bericht zur Situation in der Sozialhilfe wurde von der Städteinitiative Sozialpolitik veröffentlicht und von Renate Salzgeber, Dozentin der Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit, verfasst.

Basierend auf der Sozialhilfestatistik des Bundesamts für Statistik.

Der Städtevergleich beruht nicht auf den gleichen Sozialhilfezahlen wie der Indikator. Im Nachhaltigkeitsindikator werden die BezügerInnen im Dezember gezählt, im Städtevergleich jene des ganzen Kalenderjahres kumuliert.

Leider macht Genf beim Vergleich der Städteinitiative nicht mit. Der Bund weist Ergebnisse nur bis auf Stufe Kanton aus.

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

Die Sozialhilfequote von Zürich ist im Vergleich mit den andern grossen Schweizer Städten verhältnismässig gering und liegt tiefer als beispielsweise die Quoten von Basel oder Bern. Die Sozialhilfequote hat sich in den meisten Städten in den vergangenen Jahren relativ wenig verändert. Mehr anzeigen

Die verhältnismässig tiefe Sozialhilfequote von Zürich ist bemerkenswert. Die grösste Stadt in der Schweiz weist eine tiefere Quote auf als beispielsweise Basel, Winterthur oder Bern. Gemäss Kennzahlenbericht der Städteinitiative Sozialpolitik liegt der Grund darin, dass die rege Bautätigkeit in den ehemaligen Industriegebieten Zürich West und Zürich Nord sowie die Quartieraufwertungsprojekte der letzten Jahrzehnte dazu geführt haben, dass viele gut ausgebildete und wenig armutsgefährdete Personen in die Stadt gezogen sind. Seit dem Jahr 2010 hat die Bevölkerung der Stadt Zürich um mehr als vier Prozent zugenommen. Im Gegensatz dazu hat die Bevölkerung in Basel in den vergangenen fünf Jahren praktisch stagniert.

Der Kennzahlenbericht zeigt für 2014 unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Städten. Abgesehen von Lausanne das in der Sozialhilfe mit einer Quote von 9,2 Prozent mit besonderen Herausforderungen konfrontiert ist, weist Basel die höchste Quote auf (6,3 Prozent), gefolgt von den weiteren Zentrumsstädten Bern (5,4 Prozent), Zürich (4,6 Prozent), Winterthur (5,0 Prozent) und St. Gallen (4,3 Prozent). Verallgemeinernd kann festgehalten werden, dass das Sozialhilferisiko in den Städten im westlichen Landesteil, in den grösseren Deutschschweizer Städten mit Zentrumsfunktion (Basel, Zürich, Bern, Winterthur und St. Gallen) sowie stadtnahen Agglomerationsgemeinden mit günstigem Wohnraum (Schlieren) höher ist als in den kleinen Städten der Deutschschweiz.

Weiterführende Informationen