Sicherheit

Delikte gegen Leib und Leben

Registrierte Fälle von Tötungsdelikten, Körperverletzungen, Tätlichkeiten, Gefährdung des Lebens und Raufhandel/Angriff (§ 111-136 StGB) pro Jahr pro 100'000 EinwohnerInnen

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Polizeilich registrierte, strafrechtlich relevante Delikte gegen Leib und Leben (Strafgesetzbuch Artikel 111-136) gemäss polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) auf dem Gebiet der Stadt Zürich pro 100'000 EinwohnerInnen und Jahr. Als Delikte gegen Leib und Leben gelten u.a. Tötungsdelikte, Körperverletzungen, Tätlichkeiten, Gefährdung des Lebens, Raufhandel/Angriff (ohne Raub und ohne Delikte gegen die sexuelle Integrität).

Die Daten vor 2009 (Krista-Daten) sind nur bedingt mit den PKS-Daten (ab 2009) vergleichbar. So zählt beispielsweise Raufhandel/Angriff seit 2009 nicht als ein Ereignis, sondern wird entsprechend der Zahl der Beteiligten multipliziert, was den Peak beim Übergang zur neuen PKS grösstenteils erklären dürfte. Im ganzen Kanton gab es 2009 «bereinigt» 800 Angriffe weniger.

Es darf nicht vergessen werden, dass diese Zahlen durch verschiedene Faktoren wie z.B. Gesetzesänderungen (Häusliche Gewalt wurde 2004 zum Offizialdelikt, wird also von Amtes wegen verfolgt), das Anzeigeverhalten der Geschädigten, Dunkelziffer, Medienberichte über Kriminalfälle sowie die repressive und präventive Arbeit der Polizei (z.B. Front- und Aufklärungsarbeit), also ganz allgemein durch verändertes Problembewusstsein beeinflusst werden.

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS):
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist das einzige und wichtigste Nachschlagewerk für Daten und Statistiken aus dem Kriminalpolizeilichen Arbeitsbereich. Aufgrund einheitlicher Erfassungs- und Auswertungsprinzipien sind die Daten aus der neuen polizeilichen Kriminalstatistik interkantonal vergleichbar.

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), Jahresbericht Kanton Zürich

In jeder Gesellschaft war und ist die physische Sicherheit, beziehungsweise das Gefühl der Sicherheit, ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität. Eine zunehmende Kriminalität und/oder ein abnehmendes Sicherheitsgefühl wären deshalb ein Zeichen einer nicht nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung. Eine absolute Sicherheit wird es nie geben. Eine grösstmögliche Sicherheit kann durch eine Koordination der Anstrengungen erreicht werden. Zu berücksichtigen ist, dass es in einer Gesellschaft sowohl eine kollektive wie auch eine individuelle Sicherheit gibt. Der Nachhaltigkeitsindikator zeigt einen Aspekt der individuellen Sicherheit. Nebst den Delikten gegen Leib und Leben ist die Verkehrssicherheit ein weiterer wichtiger Aspekt, der hier nicht behandelt wird.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Die Delikte gegen Leib und Leben sind seit 2008 tendenziell rückläufig, nachdem sie zuvor über Jahre stetig zugenommen hatten. Der Sprung zwischen 2008 und 2009 ist methodischer Natur und auf eine geänderte Definition zurückzuführen.Mehr anzeigen

In den 90er-Jahren und noch bis ins Jahr 2007 haben die Delikte gegen Leib und Leben stetig zugenommen. Danach waren die Zahlen rückläufig. Signifikante Anteile der minderschweren Gewalt (v.a. Tätlichkeiten und einfache Körperverletzungen) wurden wie in den Vorjahren am Wochenende und zwar spätnachts bzw. frühmorgens in den Ausgehvierteln im Zentrum der Stadt registriert. In diesen Hotspots des Nachtlebens finden die meisten Delikte statt.

Die Daten vor 2009 (Krista-Daten) sind nur bedingt mit den PKS-Daten (ab 2009) vergleichbar. So zählt beispielsweise Raufhandel/Angriff seit 2009 nicht als ein Ereignis, sondern wird entsprechend der Zahl der Beteiligten multipliziert, was den Peak beim Übergang zur neuen PKS grösstenteils erklären dürfte.

Rund die Hälfte aller im Kanton Zürich begangenen Delikte finden auf dem Gebiet der Stadt Zürich statt, je ca. 10% in Winterthur und im Bezirk Bülach (Flughafen) und lediglich ein Drittel im übrigen Kantonsgebiet. Zu einer höheren Kriminalitätsrate trägt nicht nur die höhere Interaktionsdichte und Anonymität der Grossstadt bei, sondern auch die real anwesende Anzahl von Personen, die sich im städtischen Raum rund um die Uhr ergänzend zu den Einwohnerinnen und Einwohner aufhalten (z.B. Berufstätige sowie Besucherinnen und Besucher).

Das subjektive Sicherheitsempfinden muss sich nicht unbedingt mit der effektiven Sicherheitslage decken, denn das subjektive Empfinden wird erwiesenermassen von soziodemographischen und sozioökonomischen Faktoren wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungsstand und wirtschaftlicher Sicherheit beeinflusst. In den letzten Jahren ist das subjektive Sicherheitsgefühl stetig gestiegen, wie die alle zwei Jahre durchgeführte Bevölkerungsbefragung zeigt. 85 Prozent der Befragten haben im Jahr 2015 angegeben, dass sie sich in ihrem Quartier (sehr oder eher) sicher fühlen, wenn sie nachts allein unterwegs sind (2007: 73 Prozent, 2009: 75 Prozent, 2011: 79 Prozent, 2012: 80 Prozent).

Städtevergleich

Straftaten nach Strafgesetzbuch (pro 1000 EinwohnerInnen) im Jahr 2014

* Für die Städte St.Gallen und Luzern liefert die Kriminalstatistik keine Zahlen.

Indikatordefinition, Datenquellen & spezielle Hinweise einblenden

Straftaten nach Strafgesetzbuch gemäss der polizeilichen Kriminalstatistik - PKS (rund 250 Straftatbestände). Die Berechnung der Häufigkeitszahl (Anzahl Straftaten auf 1'000 Einwohner) erlaubt den Städtevergleich. Die Häufigkeitszahlen können aber nicht die unterschiedlich starke Pendlerpopulation, die insbesondere in grossen Städten einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf das Kriminalitätsaufkommen hat, berücksichtigen. Beim Vergleich ist dies zu beachten.
Die neue polizeiliche Kriminalstatistik enthält alle Straftatbestände des Strafgesetzbuches (StGB), Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) und das Ausländergesetz (AuG) sowie zusätzlich strafrechtlich relevante Handlungen gegen weitere Bundesnebengesetze (z.B. das Waffengesetz).

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS):
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist das einzige und wichtigste Nachschlagewerk für Daten und Statistiken aus dem Kriminalpolizeilichen Arbeitsbereich. Aufgrund einheitlicher Erfassungs- und Auswertungsprinzipien sind die Daten aus der neuen polizeilichen Kriminalstatistik interkantonal vergleichbar.

Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), Jahresbericht Kanton Zürich (Häufigkeitszahlen nach Gemeinden)

Die polizeiliche Kriminalstatistik ist eine sogenannte Anzeigestatistik und umfasst die von den kantonalen Polizeistellen registrierten Straftaten. Es wird also noch keine Angabe zum strafrechtlichen Abschluss des Verfahrens gemacht. In der polizeilichen Kriminalstatistik fehlen gesetzeswidrige Handlungen, von denen die Polizei nicht erfährt (Dunkelziffer) oder die anderweitig direkt in ein Justizverfahren einfliessen. Aufgrund einheitlicher Erfassungs- und Auswertungsprinzipien sind die Daten aus der neuen polizeilichen Kriminalstatistik interkantonal vergleichbar.

Bei der Interpretation der Daten sind unterschiedlich starke Pendlerpopulationen und generell Zentrumsfunktionen der Städte zu berücksichtigen.

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

Zürich ist im Vergleich mit anderen grossen Schweizer Städten in Sachen Sicherheit im vorderen Mittelfeld positioniert. Dies trotz der starken Zentrumsfunktion, welche bis ins nahe Ausland ausstrahlt.Mehr anzeigen

Als grösste Schweizer Stadt hat Zürich nicht nur im Arbeitsmarkt, im Tourismus und in anderen Bereichen eine grosse Magnetwirkung, sondern auch in Sachen Kriminalität. Durch die Dichte der Wohnbevölkerung und der Geschäfte, der grossen Ströme von Pendlerinnen und Pendlern sowie Besucherinnen und Besucher verschärfen sich in Zürich gewisse Probleme. Damit ist auch eine höhere Kriminalitätsrate als in ländlichen Gebieten verbunden. Die Anonymität der Grossstadt erleichtert den Straftätern und -täterinnen das Untertauchen in der Masse. Diese Feststellung gilt jedoch auch für die Vergleichsstädte. Ein eigentlicher Vergleich ist schwierig zu machen. Auch ein Vergleich mit anderen ausländischen Städten kann in Sachen Kriminalität leider nur sehr unbefriedigend angestellt werden. Zu gross sind die Unterschiede in den Strafgesetzbüchern.

Zu bemerken ist, dass die in der Grafik aufgeführten Zahlen auf die Einwohnerinnen und Einwohner der Städte bezogen sind und noch deutlich tiefer wären, wenn sie mit allen Personen gerechnet wären, die sich jeweils in den Städten aufhalten.

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