Nachhaltigkeit als Ziel der Stadt Zürich



OIZ Albis

Der Nachhaltigkeit verpflichtet: Der neue Hauptstandort Albis von Organisation und Informatik Zürich (Foto: Georg Aerni)

Nachhaltige Stadtpolitik

«Nachhaltigkeit» ist übergeordnetes Ziel der gesamtstädtischen Politik und zentrale Leitlinie für das Verwaltungshandeln. Das Verständnis einer nachhaltigen Stadtpolitik findet ihren Niederschlag in Strategien und Programmen der Stadt – etwa hinsichtlich Wohnbau, Mobilität und Verkehr, Energie oder öffentlicher Raum. In den Strategien Zürich 2035 skizziert der Stadtrat den Weg zu einer nachhaltig erfolgreichen Stadt Zürich. Er definiert Ziele und benennt Lösungsansätze in acht Handlungsfeldern.

Seit 2006 steht die 2000-Watt-Gesellschaft auf der politischen Agenda der Stadt Zürich. Seit 2008 ist sie als Ziel der nachhaltigen Entwicklung in der Gemeindeordnung verankert. Im Rahmen des Legislaturschwerpunkts «Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft» wurden in den Jahren 2006 bis 2010 die methodischen Grundlagen erarbeitet und über 80 Projekte in den Bereichen Planen und Bauen, Energieversorgung, Mobilität und Konsum initiiert und bearbeitet.

Wichtiger Ausgangspunkt für das Nachhaltigkeitsverständnis in der Stadt Zürich war das Lokale-Agenda-21-Projekt «Zukunftsfähiges Zürich» von 1998 und 2002. In Zusammenarbeit mit einem «Rat für nachhaltige Entwicklung», der sich aus WissenschafterInnen, WirtschaftsvertreterInnen und VertreterInnen sozialer Fragen zusammensetzte, wurden Ziele und Handlungsgrundsätze ausgearbeitet, Pilotprojekte initiiert und das Nachhaltigkeitsmonitoring entwickelt.

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft

Hinter der 2000-Watt-Gesellschaft steht die Idee, dass ein «leichteres» Leben, das mit weniger Energie auskommt, nicht nur eine ökologische Notwendigkeit ist – sondern dass ein solches Leben auch ein besseres Leben sein kann. Mehr anzeigen

1985 fragte der brasilianische Wissenschaftler José Goldemberg, wie viel Energie für ein gutes Leben nötig sei. Er stellte fest: Unterhalb einer Schwelle von 1000 Watt pro Person geht es den Menschen tatsächlich besser, wenn sie ihren Energieverbrauch steigern können. Ist diese Schwelle aber erreicht, bringt noch mehr Energie keine höhere Lebensqualität mehr. Anfang der 1990er Jahre griffen einige Forscher aus dem Umfeld der ETH Zürich Goldembergs Idee auf. Um sie den hiesigen Verhältnissen anzupassen, nahmen sie als Ziel einen Pro-Kopf-Verbrauch von 2000 statt 1000 Watt ins Visier. Damit, so zeigten ihre Berechnungen, lässt sich unser gegenwärtiger Lebensstandard aufrechterhalten. Und wenn gleichzeitig der Energiemix zugunsten erneuerbarer Energien verändert wird, ist dieser Verbrauch auch ökologisch verträglich. 2000 Watt entsprach zudem dem damaligen globalen Durchschnittsverbrauch (heute: 2300 Watt). Zahlreiche Behörden in der Schweiz, von der lokalen Ebene bis zum Bundesrat, haben sich seither zum Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft bekannt. Zürich hat dieses Ziel als erste Körperschaft verbindlich in seiner Gemeindeordnung festgeschrieben.

Zitiert aus dem Heft «Unterwegs zur 2000-Watt-Gesellschaft» von Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich. Das Heft erklärt die Idee hinter der 2000-Watt-Gesellschaft und macht deutlich, was die Stadt tut, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Unterwegs zur 2000-Watt-Gesellschaft: Wie Zürich zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie kommt

Verankerung in der Verwaltung