Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Behindertengerechtigkeit bei den VBZ

Anteil behindertengerechte Ein- und Aussteigemöglichkeiten bei den VBZ in der Stadt Zürich in Prozent

* Die Daten 2003, 2011 und 2015 sind berechnet, die Jahre dazwischen interpoliert.

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Der Indikator widerspiegelt den Anteil der Ein- und Aussteigemöglichkeiten mit Niederflurfahrzeugen und Stufenfreiheit resp. Einsatz der Rampe auf dem VBZ-Netz in der Stadt Zürich (mit den Fahrgastzahlen gewichtet).

Die Daten 2003, 2011 und 2015 sind berechnet, die Jahre dazwischen interpoliert. Das Jahr 2023 ist der Zielwert. Die im Behindertengleichstellungsgesetz vorgegebene Umsetzungsfrist von 20 Jahren läuft am 31. Dezember 2023 ab.

Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt. Gemäss Bundesamt für Statistik liegt die Anzahl Menschen mit Behinderungen in der Schweiz bei rund 1,6 Millionen (knapp 500 000 mit einer starken Beeinträchtigung). Trotz ihres Handicaps sollen sie möglichst selbstständig und gleichberechtigt leben können. Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Mobilität sind das Ziel. Eine hindernisfreie Stadt nützt nicht nur Menschen mit Behinderung. Ein stufenfreier Zugang zum öffentlichen Verkehr hilft auch Eltern mit Kinderwagen, Touristinnen und Touristen mit schwerem Gepäck oder älteren Menschen mit Einkaufswagen. Eine hindernisfreie Stadt bietet so mehr Lebensqualität für alle.

Erstmals berücksichtigen auch die globalen Entwicklungsziele, die «Sustainable Development Goals» explizit Menschen mit Behinderungen. «Leave no one behind» ist das Grundmoto. Niemand soll auf dem Weg in Zukunft zurückgelassen werden. Diese «Agenda 2030» erkennt internationale Menschenrechtsverträge wie die UN-Behindertenrechtskonvention als handlungsleitend an.

In einer hoch mobilen Gesellschaft spielt der möglichst hindernisfreie Zugang zum öffentlichen Verkehr eine zentrale Rolle. Darum legt die Stadt Zürich grossen Wert auf Verbesserungen in diesem Bereich. Diese können mit dem praxisorientierten Indikator der behindertengerechten Ein- und Ausstiegemöglichkeiten im Stadtnetz der VBZ gut nachverfolgt werden.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Im Jahr 2015 waren 52 Prozent aller Ein- und Aussteigemöglichkeiten bei den VBZ in der Stadt Zürich behindertengerecht. Ziel bis Ende 2023 ist eine weitere Steigerung der Behindertengerechtigkeit im ÖV auf 85 Prozent. Mehr anzeigen

Um Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität die Benützung des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Zürich zu ermöglichen, werden seit 2001 niederflurige Fahrzeuge beschafft und gleichzeitig die Haltestellen angepasst. Im Jahr 2015 waren 52 Prozent aller Ein- und Aussteigemöglichkeiten bei den VBZ in der Stadt Zürich behindertengerecht. Das bedeutet, dass Niederflurfahrzeuge eingesetzt wurden und stufenfrei (25 Prozent) oder mit Einsatz der Rampe (27 Prozent) ein- und ausgestiegen werden konnte. Die exakten Fahrplanangaben zu diesen behindertengerechten Reisemöglichkeiten sind im elektronischen Fahrplan abrufbar. An den grösseren Stationen zeigt das elektronischen Fahrgastinformationssystem diese Möglichkeiten ebenfalls an. Ziel bis Ende 2023 ist eine weitere Steigerung der Behindertengerechtigkeit auf 85 Prozent, wobei dann ausschliesslich Niederflurfahrzeuge im Einsatz sind. 60 Prozent der Ein- und Ausstiege sollen dann stufenfrei möglich sein und bei 25 Prozent kann die Rampe eingesetzt werden. Die im Behindertengleichstellungsgesetz vorgegebene Umsetzungsfrist von 20 Jahren läuft am 31. Dezember 2023 ab.

Für Menschen mit einer Behinderung hat sich in Zürich in den letzten Jahren aber auch sonst einiges zum Guten verändert. So wurde der hindernisfreie Zugang zu den öffentlichen Gebäuden, Anlagen und Leistungen stark verbessert. Die gesetzlichen Vorgaben werden von der Stadtverwaltung konsequent umgesetzt und die Fachleute stehen mit den Behinderten-Verbänden in einem engen Dialog.

Im schweizweiten Vergleich steht die Stadt Zürich heute gut da. Das gilt insbesondere für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in den regulären Schulbetrieb, für den öffentlichen Verkehr und für die barrierefreie Kommunikation im städtischen Internet.

Handlungsbedarf gibt es für Menschen mit Behinderung namentlich in der Arbeitswelt. Hier stossen sie auf grosse Hindernisse. Ebenfalls auf Hindernisse stossen Menschen mit Behinderung im Bereich der privat angebotenen Leistungen und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden im Privatbesitz. Eine gesellschaftliche Herausforderung stellt die steigende Zahl von psychisch beeinträchtigten Menschen dar.

Städtevergleich

Ein nationaler oder internationaler Städtevergleich mittels eines einzelnen Indikators ist in diesem Bereich nicht machbar. Ein Bericht der Stadt Zürich «Förderung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (Berichterstattung zum Fokusthema 2010–2014)» zeigt aber auf, dass Zürich im Vergleich mit anderen Städten in Österreich und Deutschland geringfügig unter dem Durchschnitt liegt.

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