Luftqualität

Stickstoffdioxid-Belastung

Jahresmittelwerte in Zürich in µg/m³

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Entwicklung der Stickstoffdioxid-Belastung (Jahresmittelwert) an der Messstation Stampfenbachstrasse (Messstation mit mittlerer Belastung). Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) legt für Stickstoffdioxid (NO2) einen Immissionsgrenzwert von 30 μg/m³ fest, der langfristig nicht überschritten werden darf.

Die Luftqualität ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität in städtischen Gebieten. Eine übermässige Luftschadstoff-Belastung beeinträchtigt ganz direkt die Gesundheit der Menschen und verursacht hohe Gesundheitskosten. Eine nachhaltige Entwicklung muss versuchen, diese der Allgemeinheit übertragenen Kosten zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE rechnet beispielsweise in der Schweiz mit über 3700 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr als Folge der Feinstaubbelastung.

Die langjährigen Messreihen der Stickstoffdioxid-Messungen zeigen exemplarisch den Erfolg bisher umgesetzter Massnahmen wie auch den verbleibenden Handlungsbedarf auf.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Die Luftqualität in der Stadt Zürich hat sich seit den 80er-Jahren laufend verbessert. Die Belastung durch Stickstoffdioxid (wie auch durch Feinstaub PM10) liegt jedoch weiterhin über dem Grenzwert der Luftreinhalteverordnung. Mehr anzeigen

Die Entwicklung der Luftqualität kann am Beispiel der Leitsubstanz Stickstoffdioxid (NO2) aufgezeigt werden. Die Belastung mit Stickstoffdioxid hat sich vor allem dank laufender Verschärfung der Emissionsvorschriften für Automobile und der Sanierung der Feuerungen seit Mitte der 80er-Jahre stark vermindert. Damals lagen die Jahresmittelwerte bei über 70 μg/m3.

Im Jahr 2014 lag die Stickstoffdioxid- Belastung am Messort Stampfenbachstrasse bei 33.5 μg/m3 (112 Prozent des Immissionsgrenzwerts). Neben den Stickstoffdioxid-Immissionen bereiten die übermässigen Belastungen durch Ozon und insbesondere durch Feinstaub PM10 weiterhin Probleme. Bei der Ozonbelastung ist bei den erreichten Spitzenwerten ein Abwärtstrend zu verzeichnen. Spitzenbelastungen mit Ozonkonzentrationen von deutlich über 200 μg/m3, wie sie früher noch öfter vorkamen, sind heute ausgeprägt selten.

Im Bereich der Feinstaubbelastung besteht derzeit aus gesundheitlicher Sicht der grösste Handlungsbedarf. Feinstaub PM10 ist ein Konglomerat von Partikeln (Durchmesser ≤ 10 μm) unterschiedlichster Zusammensetzung, Herkunft und Grösse aus einer Vielzahl von Quellen. Gesundheitsgefährdend sind besonders Russpartikel aus Verbrennungsprozessen. Der Immissionsgrenzwert der LRV wird in der Stadt Zürich grossflächig überschritten.

Städtevergleich

Stickstoffdioxid-Belastung (Jahresmittelwerte in µg/m³)

Indikatordefinition & Datenquellen einblenden

Langjährige mittlere Belastung der folgenden Belastungstypen:

  • Siedlungsrand (suburban background)
  • Hintergrund im Stadtzentrum (urban background)
  • mässige Verkehrsbelastung im Stadtgebiet (urban traffic)
  • hohe Verkehrsbelastung im Stadtgebiet (urban traffic)

(Mittelwert der chronischen Belastung durch Stickstoffdioxid an vier Messorten der entsprechenden Klassierung)

Abteilung Umwelt im Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ); Daten basieren auf Euro Air Base (Urban Audit)

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

Der Vergleich mit anderen europäischen Städten zeigt, dass die Situation in Zürich gut ist. Es scheint aber auch einen generellen Trend zu einer positiven Gesamtentwicklung der Luftqualität zu geben. In den Vergleichsstädten hat sich die Luftqualität in den letzten Jahren ebenfalls verbessert.Mehr anzeigen

Die mittlere Luftbelastung durch Stickstoffdioxid in europäischen Städten zeigt deutliche Unterschiede. Die Stadt Zürich schneidet dabei sehr gut ab. Im Gegensatz dazu liegt die Luftbelastung in vielen europäischen Grossstädten immer noch auf einem deutlich höheren Niveau. Sie weisen auch heute noch Luftbelastungen auf, welche in der Stadt Zürich Mitte der 80er Jahre anzutreffen waren.

Die konsequente Umsetzung von Massnahmen von Bund, Kanton und Stadt Zürich zur Reduktion der Schadstoffemissionen und der laufende Ausbau des öffentlichen Verkehrs hatten zur Folge, dass die Luftbelastung in der Stadt Zürich heute auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen liegt.

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