Integration der ausländischen Bevölkerung

Berufs- & Bildungschancen ausländischer Jugendlicher

Anteil Lernende ohne Anschlusslösung bzw. Anteil im Gymnasium in der Stadt Zürich

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Lernende ohne Anschlusslösung: Entspricht dem prozentualen Anteil derjenigen Jugendlichen, die in der alljährlich drei Wochen vor den Sommerferien durchgeführten Schul- und Berufswahlerhebung angeben, noch keine Anschlusslösung (Lehre, schulische Zwischenlösung) gefunden oder sich noch nicht entschieden zu haben. Dabei sind sowohl Lernende aus der 8. Klasse (Sek C) wie auch der 9. Klasse und aus den Brückenangeboten berücksichtigt.

Da die Quote der Ausländerinnen und Ausländer ohne Anschlusslösung auf eine geringe Anzahl Personen gründet, haben Veränderungen der Personenzahlen einen starken Einfluss auf diese Quote. Bei der Beurteilung der Entwicklung der Quote ist deshalb zu berücksichtigen, dass hinter Schwankungen teils geringe Schwankungen der Fallzahlen stehen.

Die Gymnasialquote gibt an, wie gross der Anteil unter den ausländischen und unter den Schweizer Jugendlichen ist, die das Gymnasium besuchen. Als Referenz dient das 9. Schuljahr. Der Anteil Gymnasiasten wird am Schuljahresbeginn, ohne Berücksichtigung der Probezeitresultate wiedergegeben. Die Basis sind alle Lernenden mit Wohnort Stadt Zürich der öffentlichen Schulen ohne Heim- und Sonderschulen (Privatschulen sind ebenfalls nicht einbezogen).

Genereller Hinweis: Zu berücksichtigen ist, dass die entsprechenden Quoten nach Schulkreisen, Staatsangehörigkeit und Muttersprache stark variieren. Unter «Ausländerinnen und Ausländer» wird eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe subsumiert.

Kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt gehört zu jeder Metropole. Der Reichtum an Lebenserfahrung, Wissen und Traditionen ist ein wesentlicher Grund dafür, dass es Zürich gut geht und dass Zürich auf neue Herausforderungen flexibel und dynamisch reagieren kann. Damit dies so bleibt, ist der bestehenden Vielfalt Sorge zu tragen. Der Stadtrat will mit seiner Integrationspolitik das gute Zusammenleben der einheimischen und der aus dem Ausland zugewanderten Bevölkerung erhalten und dessen Basis stärken.

Die vielfältigen strukturellen und individuellen Aspekte der Integration lassen sich nur beschränkt durch Indikatoren abbilden. Die Stadt Zürich hat sich im Indikatorenset aus pragmatischen Gründen auf den Teilbereich «Berufs- und Bildungschancen» festgelegt.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Die beiden Indikatoren zeigen ein positives Bild. Die Gymnasialquote der ausländischen Jugendlichen lag noch nie so hoch und der Anteil der ausländischen Jugendlichen, die vor Schulabschluss noch keine definitive Lösung für ihre weitere Ausbildung gefunden haben lag noch nie so tief.Mehr anzeigen

Der Anteil der ausländischen Jugendlichen in der Stadt Zürich, die vor Schulabschluss noch keine definitive Lösung für ihre weitere Ausbildung (Berufslehre, schulische Lösung, Praktikum, Zwischenlösung etc.) gefunden haben lag 2015 bei 6,7 Prozent. Die entsprechende Quote der Schweizer Jugendlichen bei 2,9 Prozent. Damit haben die Zahlen einen erfreulichen neuen Tiefsstand erreicht. Die Zeitreihe zeigt aber, dass der Lehrstellenmangel in wirtschaftlich schwierigen Jahren die ausländischen Jugendlichen stärker trifft. Unterschiedliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben ihre Ursache auch in einer häufiger tieferen Schulbildung der ausländischen Jugendlichen.

Betrachtet man das 9. Schuljahr, wird ersichtlich, dass der grösste Anteil (44 Prozent) der Ausländerinnen und Ausländer die Sek B besucht, während von den Schweizerinnen und Schweizer die grösste Gruppe (40 Prozent) die Sek A besucht (im Jahr 2015). Die Gymnasialquote der Jugendlichen mit Schweizer Pass lag bei rund 32 Prozent. Die Gymnasialquote der ausländischen Jugendlichen sank Anfang der 90er-Jahre stark und verharrte auf tiefem Niveau. Zwischen 2002 (7 Prozent) und 2013 (20 Prozent) hat der Anteil ausländischer Jugendlicher, die das Gymnasium besuchen, wieder zugenommen. Im Jahr 2015 lag der Wert bei 20,5 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass die entsprechenden Quoten nach Schulkreisen, Staatsangehörigkeit und Muttersprache stark variieren.

Städtevergleich

Auf einen Städtevergleich wird verzichtet. Die Integration der ausländischen Wohnbevölkerung umfasst vielfältige strukturelle und individuelle Aspekte und lässt sich entsprechend nur beschränkt durch Indikatoren abbilden. Ein Städtevergleich würde zudem die Schwierigkeit mit sich bringen, dass unterschiedliche gesetzliche, kulturelle und historische Begebenheiten in den Städten berücksichtigt werden müssen. Die Resultate wären kaum zu interpretieren.

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