Energie

Primärenergieverbrauch und erneuerbare Energie

Mittlere Primärenergiedauerleistung in Watt pro EinwohnerIn

Datenstand September 2015, ohne Klimakorrektur

Zielwerte gemäss Masterplan Energie

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Als Primärenergie wird in der 2000-Watt Methodik die gesamte Energie bezeichnet, die im ursprünglichen Energieträger enthalten ist, zuzüglich der Energie, die für die Gewinnung, Umwandlung und Nutzung aufgewendet werden muss. In der 2000-Watt-Methodik wird die Primärenergie aus den Endenergiezahlen hochgerechnet mit Hilfe von sogenannten Primärenergiefaktoren, welche für jede einzelne Form von Endenergie definiert sind. (siehe auch Bilanzierungskonzept der 2000-Watt-Fachstelle).

Als erneuerbare Energie gelten beispielsweise die Einstrahlung von Sonne, die Windkraft oder nachwachsende Biomasse.

Die Primärenergiebilanz der Stadt Zürich wird hochgerechnet aus der gesamten Endenergie, die auf Stadtgebiet genutzt wird. Nicht eingerechnet ist die Energie, die ausserhalb der Stadt Zürich für Waren aufgewendet wird, die in der Stadt konsumiert werden. Diese sogenannte graue Energie aus importierten Konsumgütern und Dienstleistungen ist nicht Teil der offiziellen städtischen Primärenergiebilanz, da die Daten dazu für Zürich nicht erhoben werden können.

Mit eingerechnet ist auch der Flugverkehr. Beim Flugverkehr wird der gesamtschweizerische Verbrauch proportional zu den Einwohnerzahlen verteilt. Der Flugverkehr hat einen Anteil am Primärenergieverbrauch im Bereich Mobilität von mehr als 30 Prozent.

Neben dem übermässigen Ausstoss von Treibhausgasen ist der aktuelle Energieverbrauchsmix (hohe nichterneuerbare Anteile beim Strom und bei Brenn- und Treibstoffen) mitverantwortlich für den zu grossen ökologischen Fussabdruck der Zürcherinnen und Zürcher. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine mittlere Primärenergiedauerleistung von 2000 Watt pro Person als nachhaltig bezeichnet werden kann. Auch wenn mit der Wahl des Energieträgers deutlicher Einfluss auf den Primärenergieverbrauch genommen werden kann, sind Suffizienz- und Effizienzmassnahmen in erster Priorität umzusetzen. Viele dieser Massnahmen haben ebenfalls Auswirkungen auf den Ausstoss von Treibhausgasen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die derzeit rund drei Viertel des Energieverbrauchs aus fossilen Brenn- und Treibstoffen auch aus ökonomischer Sicht ein erhebliches Risiko darstellen, weil es sich bei diesen um endliche, begrenzt verfügbare Ressourcen handelt, was angesichts der globalen Nachfrage zu einer voraussichtlich starken Preiszunahme führen dürfte.

Auch wenn erneuerbare, nachhaltig nutzbare Energien einen Beitrag auch zur Verminderung des ökologischen Fussabdruckes leisten, ist zu beachten, dass es aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, den bisherigen übermässigen Energieverbrauch abzudecken: einerseits benötigen diese Energiequellen Flächen, welche in Konkurrenz mit anderen Nutzungen stehen, andererseits werden zur Herstellung der Nutzungstechnologien sowohl Ressourcen - in den wenigsten Fällen erneuerbare - als auch Herstellungsenergie benötigt. Somit ist offensichtlich, dass nicht nur die Begrenzung des Ausstosses von Treibhausgasen voranzutreiben ist, sondern auch der Energieverbrauch zu vermindern ist.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

In der Stadt Zürich sank der Primärenergieverbrauch seit 1990 von etwa 5200 Watt auf rund 4200 Watt pro Einwohnerin und Einwohner (Mittel der letzten fünf Jahre). Zum Vergleich: Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 5900 Watt pro Person. Im gleichen Zeitraum konnte der Anteil an erneuerbarer Energie von 11 Prozent auf 19 Prozent gesteigert werden.Mehr anzeigen

  • Der grösste Beitrag zur Senkung des Primärenergieverbrauchs ist auf die Ökologisierung des Strommixes zurückzuführen. Seit 2007 liefert ewz der Privatkundschaft standardmässig das Stromprodukt ewz.naturpower aus vollständig erneuerbaren Quellen. Daneben bietet ewz weitere ökologische Stromprodukte mit erneuerbarer Elektrizität an. Dies hat dazu geführt, dass der Anteil an effizient produziertem Strom an der Stromlieferung erheblich gesteigert und gleichzeitig der Anteil des mit hohem Primärenergieaufwand hergestellten Atomstroms gesenkt werden konnte.
  • Im Gebäudebereich konnte durch Sanierungen von Fenstern, Dach und Fassaden Energie eingespart werden.
  • Bei der Mobilität ist der Verbrauch leicht gesunken. Die Schweiz gesamthaft verzeichnet allerdings einen Anstieg.
  • 2014 ist der Primärenergieverbrauch aufgrund der warmen Wintermonate auffallend gering. Jährliche Werte sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Ausschlaggebend ist die langfristige Entwicklung.
  • Das Zwischenziel für das Jahr 2020, nur noch 4000 Watt zu verbrauchen, ist damit in greifbare Nähe gerückt. Das langfristige Ziel bleibt jedoch eine Herausforderung. Um dieses zu erreichen, sind alle gefragt – die Stadt, der Kanton, der Bund, Unternehmen und Private.
  • Detaillierte Informationen zur Primärenergiebilanz

Städtevergleich

Aufgrund der grossen Heterogenität der Städte sind Vergleiche im Bereich Klimaschutz und Energie schwierig. Die grundlegenden Charakteristiken der Städte variieren stark. Finanzmetropolen wie Zürich stehen Städten, die stärker von der Industrie geprägt sind gegenüber. Dem Vergleich von Energiebilanzen und CO2-Bilanzen zwischen verschiedenen Städten und Regionen sind deshalb Grenzen gesetzt.

Die Stadt Zürich ist dennoch in verschiedenen internationalen Gremien vertreten, die sich auf die Offenlegung der Treibhausgasemissionen und der Energiebilanzen von Städten spezialisiert haben. Das beste Beispiel ist CDP Cities. Die Stadt Zürich ist seit einigen Jahren aktives Mitglied von CDP Cities, neben 500 weiteren Städten weltweit. CDP publiziert jährlich einen sehr umfangreichen Bericht zum Thema Klimaschutz in Zusammenhang mit Städten.

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