Chancengleichheit für Frau und Mann

Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern

Lohnunterschiede im privaten Sektor im Kanton und in der Stadt Zürich in Prozent

Achtung: Die Daten für die Stadt Zürich sind aufgrund von methodischen Brüchen über die Jahre nicht vergleichbar (siehe Indikatordefinition).
1994 bis 2004 privater und öffentlicher Sektor, ab 2006 nur privater Sektor.

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Verhältnis der mittleren monatlichen Bruttolöhne (Median) von Frauen und Männern im Kanton Zürich sowie in der Stadt Zürich (1994 – 2004: privater und öffentlicher Sektor, ab 2006 nur privater Sektor).

Datengrundlage ist die seit 1994 alle zwei Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Lohnstrukturerhebung (LSE). Um den Vergleich zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten zu ermöglichen, werden die erhobenen Beträge auf standardisierte Monatslöhne umgerechnet, d.h. auf eine einheitliche Arbeitszeit von 4.33 Wochen zu 40 Stunden.

Um repräsentative Aussagen auf Stadtebene zu ermöglichen, wurde die Stichprobe erhöht. Allerdings sind die Daten über die Jahre nicht vergleichbar, weil die Auswahl der Beobachtungen, die jeweils durch das BFS vorgenommen wird, sich von Erhebung zu Erhebung stark unterscheidet:

  • Die LSE 2008 enthält die Arbeiternehmer/innen, die in einem Unternehmen arbeiten, in dem mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer/innen in der Stadt Zürich tätig sind (tatsächlicher Arbeitsort muss nicht Zürich sein).
  • Die LSE 2010 enthält Arbeiternehmer/innen, die in einem Unternehmen mit Hauptsitz in der Stadt Zürich arbeiten (tatsächlicher Arbeitsort muss nicht Zürich sein).
  • Die LSE 2012 und 2014 enthalten Arbeiternehmer/innen, die in einer Arbeitsstätte in der Stadt Zürich arbeiten (d.h. Arbeitsort ist Zürich, unabhängig vom Hauptsitz des Unternehmens).

Da sich die Grundgesamtheit in allen drei Erhebungen unterscheidet, ist der Vergleich über die Jahre nicht möglich.

Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen werden ohne Berücksichtigung anderer Faktoren berechnet. Unterschiede in Alter, Ausbildung etc. werden somit auf die Unterschiede der Geschlechter umgelegt.

Diese Auswertung berücksichtigt mehr Beobachtungen als andere Studien, bei denen Beobachtungen weggelassen werden mussten, aufgrund von ungültigen oder fehlenden Werten in anderweitig relevanten Variablen. So erklären sich die Unterschiede beispielsweise zur Lohnstudie des Kantons Zürich 2016 (siehe weiterführende Informationen).

Nachhaltige Entwicklung hat soziale Gerechtigkeit zum Ziel und damit auch die Überwindung von Diskriminierungen zwischen Frauen und Männern. Ein Indikator für das Ausmass der Gleichstellung der Geschlechter sind Lohndifferenzen bei vergleichbarem Anforderungsniveau. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist seit 1981 in der Bundesverfassung verankert (BV, Art. 8 Abs. 3). Da das Sozialversicherungssystem an den Lohn gebunden ist, haben die tieferen Frauenlöhne auch zur Folge, dass Frauen bei Erwerbslosigkeit, Invalidität und im Alter finanziell schlechter gestellt sind.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Der Lohnunterschied macht deutlich, dass Frauen und Männer in der Erwerbswelt nach wie vor nicht am gleichen Ort stehen: Der Unterschied zwischen Frauen- und Männerlöhnen in der Privatwirtschaft lag im Jahr 2014 in Kanton und Stadt Zürich bei rund 22 Prozent.Mehr anzeigen

Frauen sind in den Branchen, Positionen und Tätigkeiten, die gut bis extrem gut entlöhnt werden, weiterhin stark untervertreten. Weiterhin gibt es einen Teil des Lohnunterschieds, der nicht mit Unterschieden in der Ausbildung, der beruflichen Stellung, der Tätigkeit, des Beschäftigungsgrades usw. erklärt werden kann, sondern auf das Geschlecht zurückzuführen ist. Dieser nicht-erklärbare Anteil des Lohnunterschieds – auch «Lohndiskriminierung» genannt – beträgt rund ein Drittel.

Dass der Lohnunterschied im Jahr 2008 stark anstieg, dürfte damit zu tun haben, dass zu dieser Zeit in gewissen Branchen und Positionen hohe Löhne und Boni bezahlt wurden, von denen der allergrösste Teil an Männer ging.

Die Daten für die Stadt Zürich sind aufgrund von methodischen Brüchen über die Jahre nicht vergleichbar (siehe Indikatordefinition).

Städtevergleich

Frauenanteil im Parlament in Prozent im Jahr 2014

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Frauenanteil in den Stadtparlamenten (Legislative) in Prozent, Stichtag 1. August

Der Indikator «Lohnunterschied» kann für den Städtevergleich nicht verwendet werden, da er weder für die Schweizer Städte noch für die europäischen Vergleichsstädte in analoger Form vorliegt.

Als Ersatz wird ein Indikator zur Vertretung der Frauen in der kommunalen Politik verwendet.

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

Genf hatte im Jahr 2014 von den Städten im Vergleich mit 49 Prozent den mit Abstand höchsten Frauenanteil in der Volksvertretung und erreicht beinahe die 50-Prozent-Marke. Der Gemeinderat von Zürich verfügte über einen Frauenanteil von 34 Prozent. Mehr anzeigen

Im Vergleich mit den anderen grösseren Schweizer Städten steht Zürich nicht sonderlich gut da. Wobei alle Städte ausser Genf bei Frauenanteilen zwischen 33 Prozent und 38 Prozent liegen, in Basel und in St.Gallen sowie in Zürich und Lausanne etwas tiefer (33 bzw. 34 Prozent) und in Bern, Luzern und Winterthur etwas höher (38 bzw. 37 Prozent). Die Unterschiede sind gering.

Wie in Zürich gibt es wahrscheinlich auch in den anderen Städten einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Frauenanteils und der Parteienstärke. Da linke Parteien in der Regel ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern anstreben und entsprechende Vorgaben für ihre Wahllisten machen, steigt der Frauenanteil im Parlament insgesamt, wenn diese Parteien dort stark vertreten sind.

Weiterführende Informationen