Arbeitsstandort

Arbeitsplätze

Beschäftigte in der Stadt Zürich im sekundären und tertiären Sektor (BESTA)

BESTA-Revision 2016: Definition «Beschäftigte» neu gemäss AHV. Zeitreihe reicht zurück bis 2004.

Indikatordefinition, Datenquellen & Bezug zur nachhaltigen Entwicklung einblenden

Der Indikator basiert auf der Beschäftigtenstatistik des Bundes (BESTA). Die BESTA wird seit 1925 als Quartalsstatistik durchgeführt. Sie beruht heute auf einer repräsentativen Stichprobe von 65 000 Betrieben des sekundären und tertiären Sektors. Für die Stadt Zürich wird die Stichprobe erhöht, damit Aussagen möglich sind.

Es spielt keine Rolle, ob die Tätigkeit entlöhnt ist oder nicht. Eine Erwerbsperson mit zwei verschiedenen Stellen zählt als zwei Beschäftigte. Ausgeklammert werden Beschäftigte des primären Sektors, Beschäftigte von Privathaushalten und Beschäftigte, die nicht AHV-pflichtig sind.

Im Rahmen der Revision 2016 wurde die Definition der Beschäftigung an den Begriff gemäss AHV angepasst (und damit auch mit der STATENT abgeglichen). So werden neu auch Beschäftigte der Mikrounternehmen und jene mit weniger als sechs Stunden Wochenarbeitszeit berücksichtigt. In der Folge ergibt sich für die Stadt Zürich eine statistische Zunahme um rund 65 000 Beschäftigte.

Die Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) erfasst sämtliche in den Registern der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) geführten Unternehmen und Personen, die AHV-pflichtig sind (Personen mit einem AHV-pflichtigen Lohn ab Fr. 2300.- jährlich).

Arbeitsplätze bilden die Grundlage für die Wertschöpfung einer Stadt und stellen ein Mass ihrer Attraktivität als Wirtschaftsstandort dar. Mehr Arbeitsplätze sind aus wirtschaftlicher Sicht positiv zu bewerten, doch ist im Sinne von nachhaltiger Entwicklung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Bevölkerungszahl anzustreben.

Wo steht die Stadt Zürich heute?

Die Zahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, seit 2005 sind über 77 000 neu dazu gekommen. 2015 zählte die Stadt Zürich 451 800 Beschäftigte.Mehr anzeigen

Rund neun Prozent aller Arbeitsplätze der Schweiz und rund 45 Prozent der Arbeitsplätze des Kantons liegen in der Stadt Zürich. Die Stadt ist heute ein sehr stark dienstleistungsorientierter Standort. Ein Grossteil der Beschäftigten arbeitet in diesem Sektor. Dennoch finden sich in der Stadt Zürich immer noch Gewerbe- und Industriebetriebe, die mitunter hoch spezialisiert sind. Rund 200 000 Personen pendeln täglich von auswärts in die Stadt Zürich zur Arbeit.

Einschneidend war die Zeit Anfang der 90er-Jahre. Der damalige konjunkturelle Einbruch führte zu einem Verlust von nahezu 40 000 Arbeitsplätzen in kürzester Zeit (zwischen 1991 und 1995). Es dauerte mehrere Jahre, bis sich die Wirtschaft erholte, erst ab 1998 setzte eine Erholung ein. Aber bereits im Jahr 2001 führte die Dotcom-Krise zu einem erneuten Beschäftigungsrückgang. Die Grossregion Zürich war erneut relativ stark betroffen. Seit 2005 hat nun aber eine anhaltende Zunahme stattgefunden, die - gemeinsam mit der zunehmenden Bevölkerungszahl - die gegenwärtige Wachstumsphase der Stadt Zürich abbildet.

Städtevergleich

Beschäftigte pro 100 Einwohnende im Jahr 2013

Indikatordefinition, Datenquellen & spezielle Hinweise einblenden

Die Daten der europäischen Städte sind der Eurostat Datenbank, Urban Audit, entnommen (Indikator EC2020V). Die Anzahl Einwohnerinnen und Einwohner stützt sich auf die zivilrechtlich erfasste Bevölkerung (Indikator DE1001V).

Die Daten der Schweizer Städte sind dem Kennzahlenbericht des Bundesamts für Statistik «Urban Audit Portraits 2014: Kernstädte» entnommen. Beschäftigte gemäss Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). Ständige Wohnbevölkerung gemäss Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP).

Beschäftigte gemäss STATENT-Definition: In der STATENT werden die unselbstständigen und selbstständigen Beschäftigten ausgehend vom AHV-pflichtigen Lohn erhoben. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 entsprach dieser Lohn einem Mindestbetrag von jährlich Fr. 2300.-. Eine Person mit mehreren Arbeitsverträgen wird in diesem Sinne mehrmals als beschäftigt erfasst, sofern die Arbeitsverträge mit verschiedenen Unternehmen abgeschlossen wurden. Hat die Person hingegen mehrere Arbeitsverträge mit einem einzigen Arbeitgeber, so wird sie nur einmal als beschäftigte Person erfasst.

Urban Audit Definitionen für Bevölkerung und Beschäftigte:

Wo steht die Stadt Zürich im Vergleich?

In der Stadt Zürich kommen auf 100 Einwohnende 118 Beschäftigte. Nur in der Stadt Bern mit einem Grossteil der Bundesverwaltung ist die Zahl der Arbeitsplätze im Verhältnis zur Wohnbevölkerung noch (deutlich) grösser. Mehr anzeigen

Nach Bern weist Zürich den zweithöchsten Wert auf, gefolgt von Basel, St. Gallen und Luzern. In der Stadt Bern mit einem Grossteil der Bundesverwaltung ist die Zahl der Arbeitsplätze deutlich grösser als die Wohnbevölkerung. Die Stadt Winterthur hat den tiefsten Wert, auf 100 Einwohnende kommen 63 Beschäftigte.

Im Vergleich mit den europäischen Städten scheinen die Schweizer Städte über eher hohe Anteile an Beschäftigten im Verhältnis zur Wohnbevölkerung zu verfügen. Die Daten sind aber mit Vorsicht zu interpretieren. Es ist davon auszugehen, dass in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Erhebungsarten bestehen.

Zudem ist zu beachten, dass der Indikator das Verhältnis der Arbeitsplätze zur Wohnbevölkerung auf dem politisch definierten Gebiet der Städte misst und stark von der Grenzziehung beeinflusst wird. Die Innenstädte haben Zentrumsfunktion und verfügen über sehr hohe Arbeitsplatzkonzentrationen, die äusseren Stadtviertel und Agglomerationsgemeinden dienen häufig dem Wohnen. Städte mit grösseren Gürteln von Aussenquartieren verfügen automatisch über tiefere Werte.

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